„Sophia, halt die Welt an, ich will abspringen!“

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Es ist so wichtig, in der heutigen Zeit gezielter auf sich selbst zu schauen, als die ausgestreckten Hände zu ergreifen und Güte zu erzwingen. Wir sitzen im 21 Jahrhundert, und werden täglich von Dingen umworben, die uns sagen wie wir uns benehmen, verhalten oder fühlen sollen. Während wir uns konsequent gegen den Strom entscheiden, stehen wir dann schlussendlich doch zuhause und wiegen die konfrontierenden Pros und Contras, um uns schlussendlich gegen, und nicht für uns zu entscheiden.

 

Der Morgige Blick in den Spiegel verrät unsere Taten. In der Freude, dass endlich wieder ein Feiertag ist, und wir uns kontinuierlich umschwämmen können, entwickeln wir den Drang zur Eskalation. Die übliche Meute trudelt langsam herein, platziert sich auf der Couch wie eine Traube um über gestrige und alltägliche Probleme und Unglaubliches zu plaudern. Wir naschen an den süßen Früchten des verdorbenen Gartens und berauschen uns an der Missgunst anderer.

 

Ich lasse meinen Blick durch den viel zu überfüllten Club gleiten, um nach Menschen Ausschau zu halten, die ich doch nicht sehen möchte. Auf der Bank platzierend nippe ich an meinem Makava und lasse die Erinnerung ruhen – das nächste Wochenende kommt schon auf mich zu.

 

Die Gesellschaft präsentiert uns das Bild der Frau wie sie sein soll – um selbst daran kaputt zu gehen. Wir hetzen uns gegenseitig auf, pressen Meinungen auf Augen um nicht mal mehr schockiert zu sein, egal ob wir uns gerade auf Facebook ein Video angeschaut haben, wo Menschen enthauptet werden, oder Bomben große klaffende Wunden in Körper sprengen um zu zergehen. Es ist traurig, dass wir uns selbst nicht mehr wahr nehmen. Ich warte auf die große Erlösung, doch irgendwie will sie nicht meine Hand ergreifen.

 

Mach den Mund auf Welt, ich will dich schreien hören, als würdest du dein eigen Fleisch und Blut, dein Kind verlieren. Doch du wimmerst nur leise und versuchst Verständnis von blinden Menschen zu ergattern.

 

Und sie stehen hinter ihren Taten, den Mund voll mit ihren Wörtern, und sind sich schlussendlich doch nicht sicher, was sie wollen. Ich bin begeistert, wie sehr ich auf mich selbst herein fallen konnte. Ich ermutige mich um im Dreck zu baden – mal wieder. Verschwende mich in jede Richtung, nur um zu vergessen. Doch ich vergesse nicht, und so schwenke ich inbrünstig die weiße Fahne um Abschied zu nehmen.

 

OK KID – Verschwende mich

 

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